Bild-Montagen
"Vor diesen Bildern ist man gerne verdutzt. Man bekommt etwas geboten, das man nicht kennt und das irritiert. Das ist gut so und das ist gut. Mit viel Freude an Malerei, Fotografie und ihrer digitalen Bearbeitung haben Petra Dreier und Michael Hanousek diese Ausstellung bestückt, die unter dem Titel steht „Hier bin ich Mensch...?“
"Im Sinne Goethes und der Kunstfreiheit würde man ergänzen „hier darf ich´s sein“, aber es geht natürlich auch um
einen zeitgemäßen gesellschaftlichen Bezug, unter dem die Feststellung ein Fragezeichen bekommt. HIER bin ich Mensch, auf dieser Erde, auf der ganz evolutionär im steten komplexen
Wechselwirkungswandel ebenfalls Leben ist, das überleben will, umgeben von Leben, das überleben will. Man ist mit Geologie, Pflanzenwelt und Tierreich und seit der Renaissance mit immer mehr
Technologie konfrontiert und befasst, die heute megastrukturelle, digitale, neuronale und quantenphysikalische Dimensionen erreicht hat."
"So zeigen sich irritierende Malereien, die Bildräume schaffen, in denen Dinge wie in einem Gel zu floaten scheinen. Sie haben Landschaftsanmutungen, sind aber keine
richtigen Landschaften und bedienen auch nicht einen illusionistischen Tiefenraum. Man kann nicht vorbei am Raumempfinden. Was immer man künstlerisch macht, man hat mit Form, mit Farbe, mit Raum
und mit Licht zu tun, aber das Bildwerk muss nicht als realistisches Abbild organisiert sein. In Fotografien und Sequenzen schimmert bei den Arbeiten von Dreier & Hanousek Realistisches auf,
aber ihre Malerei überarbeitet und kommentiert wiederum das so Gegebene. Negative, Computerbilder werden verändert, bemalt, collagiert, wieder abfotografiert und mehrfach bearbeitet, aber so, dass der Prozess als Schichtung sichtbar
bleibt."
Dr. Dirk Tölke
Auszug aus der Einführungsrede im Kunstspektrum Krefeld, "Optionsmalerei" anlässlich der
Ausstellung Hier bin ich Mensch...?